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  • Aber sicher! – Die Paderborner Stadtmauer zwischen Mittelalter und heute

    Ausstellungen
    Dienstag, 30.11.2021
    Paderborn
    Museum in der Kaiserpfalz, Am Ikenberg 2
    Hohe Mauern und Türme, befestigte Tore prägen unser Bild der mittelalterlichen Stadt. Die Paderborner errichteten ihre Stadtbefestigung bereits im 12. Jahrhundert. Bis heute ist an einigen Stellen der Mauerverlauf zu erkennen und mehrere Türme sind erhalten. Die breite Ringstraße um die Altstadt verläuft im Bereich des früheren Stadtgrabens. Die Mauer diente nicht nur der Verteidigung, sie war auch Zoll- und Rechtsgrenze und hatte einen repräsentativen Charakter. Ihr Unterhalt und ihre Verteidigung war eine wichtige Bürgerpflicht. Die Paderborner waren allerdings im Mittelalter kaum Angriffen ausgesetzt, die Befestigung wurde nie richtig ausgebaut. Im dreißigjährigen Krieg konnte die Stadt daher mehrfach relativ leicht erobert werden. Die Erfindung des Schießpulvers und der Bau von Kanonen erforderte neue Verteidigungsanlagen.
    Im Vorfeld der neuen zentralen Bushaltestelle am Westerntor konnte die über 2 m breite Stadtmauer auf mehreren hundert Metern von der Paderborner Stadtarchäologie ausgegraben und dokumentiert werden. Überraschend war, dass sich am Ausgang zur Marienstraße eine 2,60 m breite Kalkbruchsteinmauer fand, die auf einer Länge von 20 Metern nach Westen verlief und im rechten Winkel zur Stadtmauer läuft. Dabei handelt es sich um Teile einer Bastion, einer trapezförmigen Befestigung, die mit Kanonen bestückt werden konnte. Stadtansichten des 18. Jahrhunderts zeigen hier und an anderen Stellen diese Bastionen.
    Das LWL-Museum in der Kaiserpfalz und die Stadtarchäologie zeigen diese Befunde in einer Sonderausstellung im Foyer des Museums. Zu sehen sind Verteidigungs- und Angriffswaffen von Pfeilspitzen über Spieße und eiserne Kanonenkugeln vom 12. bis zum 18. Jahrhundert. „Spießbürger“ war zu dieser Zeit (noch) kein Schimpfwort – es waren Bewohner der Stadt, welche die Mauer mit solch einfachen Spießen verteidigten. Mehrere Leihgeber haben die Ausstellungen mit historischen Urkunden, Karten und Gemälden unterstützt.
    Öffentliche Führungen finden an jedem Samstag zwischen 14 Uhr und 15.30 Uhr statt. Bitte wetterfeste Kleidung tragen – der Rundgang führt auch zu den Resten der Stadtmauer!
    Öffnungszeiten: Di. bis So. von 10-18 Uhr; jeden 1. Mi. im Monat bis 20 Uhr
    Eintrittspreise: 4,50 €, erm. 2,50 €; Kinder und Jugendliche bis 17. Jahre haben in allen LWL-Museen freien Eintritt.
    Im Museum gilt die 2G-Regel und Maskenpflicht. Während der Schulzeiten gelten Kinder bis 16 Jahren als getestet. In den Ferien muss ein aktueller Schnelltest vorliegen.
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