Die Arbeit der Künstlerin Tanya Poole (*1971) dreht sich um die Verbindungen zwischen Menschen, Natur und Wissen. Ihre Malereien und Zeichnungen sind das Ergebnis intensiver Recherchen und persönlicher Nähe zu den Menschen, Tieren und Landschaften, die sie umgeben. In Zusammenarbeit mit Biolog:innen und Forscher:innen entstehen ihre Werke als poetische Erkundungen unserer Beziehungen zur Natur. Tanya Poole interessiert sich für die Zwischenräume, in denen Wissenschaft und Intuition aufeinandertreffen. Ihre großformatigen Tuschemalereien sind sowohl ruhig als auch kraftvoll und von einem tiefen Respekt vor dem Leben und seiner Zerbrechlichkeit geprägt.
Die Ausstellung „The Eyes and the Guide“ zeigt Auszüge aus verschiedenen Serien der Künstlerin, darunter „The Researchers“ aus „The Whispering Spring“ (2018). In ihren neuesten Werken, die hier erstmals ausgestellt werden, untersucht sie die Symbiose von Bäumen, Wäldern und Menschen in der Umgebung ihres derzeitigen Wohnortes in Frankreich. Zu sehen sind „Tetards“ – alte Kopfbäume in Landschaften, die zu einem Lebensraum für Flechten und Moose, Insekten, Pilze und Vögel geworden sind. Ebenfalls ausgestellt sind Tuschemalereien von Bäumen, wie immergrünen Zypressen auf Friedhöfen und anderen, isoliert in der Landschaft stehenden Bäumen, die das Licht und die Farben im Wechsel des Wetters einfangen. Tanya Poole verbindet Beobachtung und Empathie zu einer künstlerischen Sprache, die von Achtsamkeit geprägt ist. Ihre Werke laden uns ein, still zu werden, genau hinzuschauen und das Unsichtbare zwischen den Dingen wahrzunehmen.
Der Rundgang am 13. Mai im Kunstmuseum beginnt um 16.30 Uhr. Die Kosten betragen 5,- € pro Person.
